Studie: Zufriedenheit mit Wiesbadens Busverkehr verbessert sich, Fahrgastzahlen steigen

Studie: Zufriedenheit mit Wiesbadens Busverkehr verbessert sich, Fahrgastzahlen steigen
Studie: Zufriedenheit mit Wiesbadens Busverkehr verbessert sich, Fahrgastzahlen steigen | Bild: ESWE Verkehr, Michael Skwarciak

Die Zufriedenheit mit dem städtischen Busverkehr in Wiesbaden hat sich laut einer Studie der Hochschule RheinMain verbessert. Die befragten Passanten bewerteten ESWE Verkehr in der zuletzt erhobenen Welle 2025 im Mittel mit der Note 2,69. Damit fiel das Urteil besser aus als 2024, als der Wert bei 2,79 lag. Die Pkw-Nutzung erhielt von den Teilnehmenden mit 3,31 eine deutlich schlechtere Bewertung.

Erhebung und Methodik

Die repräsentative Befragung wurde im vergangenen Jahr unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler vom Fachbereich Wiesbaden Business School durchgeführt. An zehn Standorten im Stadtgebiet führten studentische Erhebungsgruppen vier Erhebungsrunden durch und sammelten insgesamt 1.512 Interviews. Seit 2006 werten die beiden Professoren und ihr Team die Kundenzufriedenheit für ESWE Verkehr aus; das Unternehmen lässt die Messung seit etwa 20 Jahren regelmäßig erstellen.

Die Befragten konnten in 16 Kategorien Schulnoten von eins bis sechs vergeben. Erfasst wurden unter anderem Freundlichkeit der Fahrerinnen und Fahrer, Taktung, Pünktlichkeit, Reisezeit und Informationen bei Verspätungen. Die Stichprobe umfasste regelmäßige und gelegentliche Fahrgäste sowie Autofahrerinnen und Autofahrer, sodass verschiedene Nutzergruppen berücksichtigt sind.

Verbesserungen und verbleibende Schwachstellen

Im Vergleich zum Vorjahr wurden 15 der 16 abgefragten Merkmale besser bewertet. Besonders stärkere Bewertungen erhielten die Umweltleistung, Kontrollmaßnahmen, die Informationen über mögliche Verspätungen sowie die Atmosphäre in den Bussen. Auch die Erreichbarkeit der Ziele sowie Reisezeit und Schnelligkeit wurden positiver eingeschätzt.

Trotz der Verbesserungen bleibt die Pünktlichkeit ein Punkt mit weiterem Steigerungspotenzial. Die Atmosphäre in den Fahrzeugen wird zwar insgesamt besser bewertet, dennoch monieren Teilnehmende weiterhin überfüllte Busse, was als Baustelle für den Linienverkehr gelten kann.

Reaktionen der Verantwortlichen und Ausblick

Die Geschäftsführerin von ESWE Verkehr wertet die Ergebnisse als Bestätigung der seit der Corona Pandemie verstärkten Angebots- und Serviceoptimierungen und sieht ein gestiegenes Vertrauen der Fahrgäste. Die verantwortlichen Professoren heben hervor, dass der Vergleich von Bus- und Pkw-Verkehr eine wichtige Erkenntnis liefert: Viele Befragte nehmen positive Veränderungen bei ESWE Verkehr wahr, was sich sowohl in offenen Kommentaren als auch in den geschlossenen Bewertungsfragen zeige.

Der Aufsichtsratsvorsitzende von ESWE Verkehr verweist auf geplante Maßnahmen zur weiteren Verbesserung: Eine Liniennetzreform soll laut Unternehmen für direktere Verbindungen und neue Erschließungen sorgen, um das Busfahren in Wiesbaden effizienter zu machen. Die Studie nennt die Zufriedenheitsmessung als Entscheidungsgrundlage, und die nächste Erhebungswelle wurde bereits gestartet.

Parallel zur Bewertung bleibt ein Blick auf die Fahrgastzahlen: In den vergangenen Jahren sind die Fahrgastzahlen im Wiesbadener Linienverkehr auf knapp 59 Millionen gestiegen, was die Bedeutung des Angebots für die städtische Mobilität unterstreicht.

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