Mit einem symbolischen Spatenstich am 6. Februar ist in Wiesbaden der Bau einer neuen vierzügigen Grundschule an der Wettinerstraße begonnen worden. Auf dem Areal im Südosten der Stadt entsteht ein Schulgebäude für rund 400 Schülerinnen und Schüler sowie eine angegliederte Zweifeldsporthalle. Die Bauarbeiten sollen im Januar 2026 mit Verbau- und Erdbauarbeiten beginnen, der Rohbau im Juli 2026 starten und bis Dezember 2028 abgeschlossen sein.
Standort und städtebauliche Einbindung
Das ursprünglich als Ganzes geplante Grundstück wurde geteilt. Auf dem nördlichen Teil wird die neue Grundschule errichtet, auf dem südlichen Teil ist eine Kindertagesstätte vorgesehen. Zwischen beiden Flächen ist ein öffentlicher Fußweg vorgesehen, der künftig die Wettinerstraße mit dem Parkplatz an der Balthasar Neumann Straße und dem angrenzenden Wohngebiet verbinden soll. Nach Fertigstellung einer neuen Sporthalle an der benachbarten Balthasar Neumann Straße wurde die alte Halle abgerissen, um Platz für die Neubaumaßnahmen zu schaffen.
Oberbürgermeister Gert Uwe Mende nannte das Projekt eine gezielte Investition in die Zukunft der Stadt und der Kinder. Nach seinen Worten steht die neue Schule für moderne Bildungsangebote, kurze Wege und eine nachhaltige Stadtentwicklung im Wiesbadener Südosten.
Gebäude und pädagogisches Konzept
Geplant ist ein Gebäude mit rund 8.700 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Das Konzept sieht 16 Klassenräume vor, die in sogenannten Cluster Lernbereichen zu autarken Einheiten zusammengefasst werden. Ergänzt werden diese Bereiche durch Differenzierungsräume, Teamräume, offene Lernzonen sowie nutzbare Außenflächen wie Terrassen und Balkone. Im Zentrum des Gebäudes liegt eine Aula mit einer Sitzstufenanlage, die für schulische Veranstaltungen gedacht ist und außerhalb der Schulzeiten zeitweise von lokalen Gremien genutzt werden kann.
Direkt an die Aula schließt die Mensa an. Dort können bis zu 360 Essen täglich in mehreren Schichten ausgegeben werden. Die angebundene Zweifeldsporthalle ist vorrangig für den Schulbetrieb vorgesehen, soll aber auch von Sportvereinen genutzt werden können. Das Dach der Halle ist als Schulhof geplant und stellt einen geschützten Aufenthaltsbereich oberhalb des Straßenniveaus her.
Schuldezernent Dr. Hendrik Schmehl betonte, dass der Entwurf Räume schaffen solle, in denen Kinder individuell gefördert werden können und moderne Unterrichtsformen möglich sind. Jede Planungsentscheidung sei mit Bedacht getroffen worden.
Materialwahl, Nachhaltigkeit und Betrieb
Bautechnisch setzt das Projekt auf eine Kombination aus Stahlbeton und Holz Massivelementen. Zur Energiekonzeption gehören extensive Dachbegrünungen und Photovoltaikanlagen. Eine langlebige Fassadengestaltung soll die Wartungsintervalle reduzieren und den nachhaltigen Anspruch des Vorhabens unterstützen. Baudezernent Andreas Kowol sieht in der Planung eine Verbindung von funktionaler Architektur, nachhaltigem Bauen und einer sinnvollen Einbindung in das bestehende Quartier.
Bauherrin und Betreiberin ist die WiBau GmbH, die das Gebäude im Rahmen eines Mietmodells an die Landeshauptstadt Wiesbaden übergeben wird. WiBau Geschäftsführer Christoph Golla erklärte, sein Unternehmen trage Verantwortung für eine wirtschaftliche Umsetzung und einen kooperativen Planungsprozess mit den städtischen Ämtern. Die Planung verantwortet das Architekturbüro architektei mey aus Frankfurt am Main.
Finanzierung und Zeitplan
Die reinen Baukosten werden mit rund 29,4 Millionen Euro brutto beziffert. Das Gesamtprojektbudget liegt bei 51,2 Millionen Euro brutto. Nach Angaben der Stadt sind die Verbau und Erdbauarbeiten für den Zeitraum Januar bis Juni 2026 vorgesehen, der Beginn der Rohbauarbeiten ist für Juli 2026 geplant, die Fertigstellung im Dezember 2028.
Mit dem Neubau soll langfristig die Bildungsinfrastruktur im Wiesbadener Südosten gestärkt werden. Betreiber und Stadt betonen, dass das Projekt auch exemplarisch zeigen solle, wie kommunale Bauvorhaben partnerschaftlich und nachhaltig realisiert werden können.
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